Meine Probleme mit der Chartanalyse

Aber wie sieht es denn in der Praxis aus? Kann man mit der Chartanalyse wirklich Geld verdienen? Vorweg möchte ich hier ausdrücklich sagen, dass ich selber keinerlei praktische Erfahrung mit dieser Art von Analyse gemacht habe, da ich diese immer etwas suspekt fande. Natürlich verstehe ich die grundlegenden Figuren, jedoch habe ich mit dieser Methode so einige Probleme, die ich hier darlegen möchte.

Zum einen wäre da erst mal, dass die Chartanalyse von den wirklichen Profis nicht verwendet wird. Beschäftigt man sich etwas mit den Personen, die es an der Börse wirklich zu Geld gebracht haben, so fällt auf, dass diese hauptsächlich durch Fundamentalanalysen zu ihrem Geld gekommen sind.

Sei es jetzt Warren Buffett oder George Soros, die entweder von der Mikroseite in Form von Unternehmensanalysen oder von der Makroseite über die Analyse von Staaten und deren Finanzen erfolgreich sind. Ich persönlich kenne wirklich keinen, der dauerhaft erfolgreich ist und dies nur über die Chartanalyse schafft.

Des weiteren gibt es so einige Tests dieser Analyseverfahren, die ihr keine allzu hohen Erfolgsaussichten bescheinigen, wenn überhaupt Gewinne erzielt wurden. Diese werden dann in der Regel aber auch wieder von den Orderkosten aufgezehrt, so dass durch das Handeln mit der hohen Frequenz schnell Verluste entstehen. Diese Orderkosten werden von den Vertretern dieser Analysen auch gerne einmal unter den Tisch gekehrt.

Des weiteren müssen hier auch bei jedem Verkauf und der Realisierung der Gewinne Steuern abgetreten werden, so dass der Zinseszinseffekt hier nur viel schwächer wirken kann als bei einer langfristigen Anlage.

Mein größter Kritikpunkt ist aber, dass diese Chartanalyse komplett unabhängig von den Fundamentaldaten eines Unternehmens betrachtet wird. So macht es doch einen riesigen Unterschied, ob sich eine Aktie in einem Aufwärtstrend befindet die sehr günstig ist, im Vergleich zu einer, die sehr teuer ist.

Bei der letzteren ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass diese nach unten korrigiert als es bei der ersten ist und wenn sie korrigiert. dann so richtig. Während eine sehr günstige Aktie eher steigen wird, auch wenn der Chart schlecht aussieht. Vielmehr kann einem die Chartanalyse hier komplett falsche Aussagen liefern. Ein gutes günstig bewertetes Unternehmen würde ich niemals verkaufen, nur weil es sich gerade in einem Abwärtstrend befindet.